Montag, 8. November 2004

Landwirtschaft und Industrie

Zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit weist Simbabwe einen leistungsfähigen Agrarsektor auf, der die Eigenversorgung des Staates mit Grundnahrungsmitteln garantiert und zudem in großem Umfagn Tabak, Baumwolle, Zucker, Mais und Fleisch exportiert. Für diese positive wirtschaftliche Situation ist in erster Linie die erstaunliche Entwicklung in den ehemaligen Reservaten verantwortlich. Die dort lebenden Kleinbauern, von der Regierung beispielhaft mit Saatgut, Düngemitteln und Beratern unterstützt, konnten eine Rekordernte nach der anderen einfahren. Die Agrarstruktur ist jedoch im wesentlichen unverändert geblieben. Vor der Unabhängigkeit verfügten 5000 Großfarmer und Agrarkonzerne über die Hälfte des Landes, und in der Folgezeit schützte die "Lancaster-Verfassung" die weißen Farmer vor Enteignung. Anfang 2000 wurden mehr als 1000 Höfe weißer Farmer von schwarzen Veteranen des Unabhängigkeitskrieges und landlosen Bauern besetzt. Hintergrund war die bis dato ungelöste Frage der Landreform, die eine gerechtere Verteilung des Ackerlandes erzielen sollte. Bis 1997 wurden ca. 3,4 Millionen Hektar Land vom Staat übernommen, allerdings zum Teil brach liegen gelassen oder aber an Regierungsmitglieder vergeben. Danach befanden sich noch rund 30% fruchtbaren Ackerlandes im Besitz von 4000 weißen Farmern, die etwa 70% der landwirtschaftlichen Produkte erzeugten.
Ein Verfassungsrefrendum über die entschädigungslose Enteignung wurde von den weißen Farmern abgelehnt. Bei den folgenden gewaltsamen Übergriffen, die durch Präsident Mugabe unterstützt wurden, starben zahlreiche Menschen. Hunderte weißer Farmer wurden vertrieben. Infolge der Farmbesetzungen ging außerdem die landwirtschaftliche Produktion um über 30% zurück. Trotz der Aufforderung des Obersten Gerichtshofes zur Räumung der besetzten Farmen im April 2000 gingen die Gewaltaktionen der regierungstreuen Veteranen gegen weiße Farmer und schwarze Oppositionelle weiter. Mit dem im Mai 2000 per Dekret erlassenen neuen Landgesetz schuf sich die Regierung die juristische Legitimation zur Enteignung der weißen Farmer.
Simbabwe hat reiche Bodenschätze: Neben den bedeutenden Vorkommen hochwertiger Steinkohle werden vor allem Gold, Nickel, Asbest, Kupfer, Chrom und Eisen gefördert. Der industrielle Sektor ist für afrikanische Verhältnisse weit entwickelt. So verfügt das Land über eine eigene metallverarbeitende- und Schwerindustrie. Der Strombedarf wird zum großen Teil durch die Wasserkraftwerke des Karibi-Stausees gedeckt. Das größte Problem der Wirtschaft ist der chronische Devisenmangel, der unter anderem die Ersatzteilversorgung erschwert.

Landesnatur

Das landschaftlich außerordentlich reizvolle Simbabwe weist eine Reihe sehenswerter Nationalparks auf. Der Hwange- (früher Wankie-) Nationalpark ist das größte Schutzgebiet Simbabwes mit ursprünglicher Wildnis. Hier sind fast alle Savannentiere Afrikas vertreten. Der Naturschutz ist vorbildlich und der Wildreichtum auch heute noch außerordentlich groß. Zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts müssen regelmäßig Tiere erlegt werden. So können vermögende Touristen auf Großwildjagd gehen.
An der Grenze zu Sambia liegen im Nordwesten die weltberühmten Victoriafälle, an deren Fuß seit 1905 eine Eisenbahn- und Straßenbrücke über den Sambesi führt. An die Wasserfälle schließt sich im Zick-Zack-Kurs eine 8 km lange, enge Schlucht an. Weit unterhalb der Victoriafälle wurde der Sambesi durch einen 128 m hohen Damm gestaut. Der Kariba-Stausee war bei seiner Fertigstellung im Jahre 1960 der größte Stausee der Welt.
victoriafalls
Wälder gibt es in Zimbabwe wenige, an der Ostgrenze und in den feuchten Regionen des Hochfeldes. Savannen prägen das Landschaftsbild, wo in den feuchten Sommern ein besonders saftiges Gras wächst .Die Artenreichtum ist enorm, u.a. leben hier Elefanten, Flusspferde, Löwen, Hyänen, Krokodile, Antilopen, Impalas, Giraffen, Paviane und unzählige Vogelarten.

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Zuletzt aktualisiert: 15. Dez, 18:41

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